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Krankenhaus wird Hernienzentrum

14.11.2019

Dr. Arif Yaksan (l.) und Christian Madsen sind stolz auf die Auszeichnung. Besondere Qualität in der Behandlung von Weichteilbrüchen bescheinigt der Klinik jetzt ein Zertifikat.

Ein Leistenbruch, das ist gemeinhin „keine große Sache“. Viele sprechen von einer Routineoperation. Im Krankenhaus Wermelskirchen werden die Hernien-Operationen, wie Mediziner alle „Brüche“ an der Bauchdecke und im Bauchraum nennen, nicht wie am Fließband abgewickelt, sondern nach Qualitätsstandards.

Seit kurzem hält die Abteilung von Dr. Arif Yaksan, Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie und Proktologie, das Zertifikat „Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie“ in Händen.

„Die Abteilung ist damit eine von einigen in unserem Haus, die sich zertifizieren ließ“, sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Christian Madsen. Voraussetzung der Zertifizierung ist die Verleihung der Deutschen Herniengesellschaft für „qualitätsgesicherte Chirurgie“. Das Siegel bekommen ausschließlich Fachkliniken, Abteilungen und Niedergelassene, die „große fachliche Erfahrung“ nachweisen können, heißt es in der Erklärung.

Dazu gehört zum einen eine bestimmte nachgewiesene Anzahl von Eingriffen. In Wermelskirchen werden laut Dr. Arif Yaksan derzeit rund 400 Hernien-Ops im Jahr durchgeführt. Zum Vergleich: Deutschlandweit sind es 350.000, darunter ein Großteil Leistenbrüche.

Vor allem geht es bei der Zertifizierung aber um Behandlungsqualität. Die kann das Wermelskirchener Krankenhaus offenbar vorweisen: zum Beispiel mit einer niedrigen Rückfallquote bei den Patienten und wenig Komplikationen nach der OP. Yaksan: „All das erfassen wir, zum Beispiel, indem wir die Patienten ein Jahr nach dem Eingriff nochmal einladen und zum Verlauf befragen.“

„Wir haben den Antrag zur Anerkennung als Kompetenzzentrum Mitte Juni eingereicht“, berichtet Dr. Arif Yaksan. Seitdem wurden Patientendaten erfasst und Operationsmethoden und -verläufe detailgetreu dokumentiert. „Ein Mehraufwand für unsere Mitarbeiter“, sagt Yaksan.

Die zusätzlichen Aufgaben hätten alle aber mit Freude angenommen: „Es war im Gegenteil eine Motivation für unser Team“, erzählt der Mediziner. Ende September gab es dann ein so genanntes Audit. Ein externes Team überprüfte die Arbeit der chirurgischen Abteilung, speziell auf dem Gebiet der Hernien-Behandlung. Seit Anfang Oktober hält Yaksan nun die Zertifizierungs-Urkunde in Händen. „Noch hat sie niemand aus der Hülle befreit“, sagt Christian Madsen. Zu kostbar erscheint das gute Stück.

Die zusätzliche Arbeit ist für das Team der Weichteilchirurgie seitdem nicht beendet. „Wir dokumentieren weiter unsere Abläufe, denn es geht ja noch in die Re-Zertifizierung“, sagt Yaksan. Die Re-Zertifizierung nach dem Ablauf von drei Jahren gehört zum Prozess im Qualitätsmanagement.

Ziel der Zertifizierung ist es laut Krankenhausmanagement, die Versorgungsqualität zu verbessern und die Patientensicherheit, in diesem Fall bei den Hernien-Eingriffen, zu erhöhen. „Uns geht es aber auch um Transparenz“, sagt Madsen. Denn indem sich Abteilungen des Krankenhauses der Bewertung durch ein externes Team unterziehen, würden sie Einblicke in ihre Arbeit gewähren.

Das haben schon einige andere Abteilungen des Krankenhauses hinter sich: Das Endoprothetikzentrum wurde beispielsweise gerade re-zertifiziert.

Hernien
Unter dem Begriff „Hernie“ werden sämtliche Eingeweide- beziehungsweise Weichteilbrüche an der Bauchwand zusammengefasst. Dazu gehören beispielsweise Leisten-, Zwerchfell, Nabel und Narbenbrüche im Bereich von Operationsnarben oder Brüche im Bereich von künstlichen Darmausgängen.

Krankenhausgeschäftsführer Madsen unterstreicht, dass – trotz Spezialisierung in vielen Bereichen – die Ärzte des Wermelskirchener Krankenhauses immer noch den ganzen Menschen im Patienten sähen: „Unsere Philosophie ist abteilungsübergreifend“, betont er. „Das zeichnet uns aus.“

Quelle: Remscheider General-Anzeiger (14.11.2019)

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