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Pilonidalsinus / Steißbeinfistel

Der Pilonidalsinus ist eine fistelnde Erkrankung der Haut und Unterhaut in der Falte zwischen den Pobacken (rima ani).

Der Entstehungsmechanismus dieser Fisteln ist noch nicht abschließend geklärt. Sicher ist, dass die früher geltende Theorie eines angeborenen Fistelursprungs im Kreuz- oder Steißbein falsch ist. Insofern ist die immer noch weit verbreitete Bezeichnung als Steißbeinfistel irreführend. 

Heutzutage geht man eher von einer erworbenen Krankheit aus, bei der die lokale Behaarung eine entscheidende Rolle spielt. Übergewicht, starkes Schwitzen und mechanische Beanspruchung können zusätzlich dazu beitragen.Betroffen sind fast nur junge Menschen, Männer häufiger als Frauen. Der Altersgipfel liegt zwischen etwa 14 und 30 Jahren. 

Ähnlich wie bei Analfisteln ist oft eine Entzündung mit Ausbildung eines schmerzhaften Abszesses die Erstmanifestation. Ohne Abszessbildung bleiben die Patienten in der Regel weitgehend beschwerdearm oder -frei. Allenfalls ein lokales Druckgefühl oder wiederkehrende Sekretentleerungen über kleine Hautöffnungen (Poren) können auftreten.

Therapie: Die Behandlung der Erkrankung, die mit zunehmendem Alter (s. o.) an Dynamik verliert, richtet sich nach der Ausdehnung des Befundes und dem persönlichen Beschwerdebild und ist somit immer individuell festzulegen. Im Zentrum aller Therapiemaßnahmen steht die Lebensqualität des Patienten. 

Radikaloperationen, bei denen riesige Weichteildefekte entstehen mit anschließender oft schwieriger Wundheilung über Monate oder sogar Jahre, sollten der Vergangenheit angehören. 

Im Falle einer Fistelentzündung mit Abszess wird vor jeder weiteren Maßnahme immer erst der Abszess eröffnet und entlastet. Dies erfolgt in der Regel in örtlicher Betäubung und führt zu rascher Beschwerdefreiheit. 

Nach vollständigem Abklingen der Entzündung wird der Befund noch einmal kontrolliert und dann in Absprache mit dem Patienten entschieden, ob und wenn ja welche weiteren Maßnahmen zu ergreifen sind. 

Folgende Therapieoptionen stehen u. a. zur Behandlung zur Verfügung:

  • Die Beseitigung der Körperbehaarung zwischen den Pobacken reduziert die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens (entweder mit einer Enthaarungscreme oder dauerhaft mit einer Laserepilation).

  • Ein sog. Pit Picking beseitigt die Eintrittspforte für Bakterien in die Fistel. Dabei werden die äußere Fistelöffnung und der darunter gelegene senkrechte Fistelkanal mit speziellen Hautstanzen entfernt. Üblicherweise wird diese Maßnahme mit einer Beseitigung der unter der Haut gelegenen Fistel/Abszesshöhle durch Elektrokoagulation kombiniert. Dieser Eingriff wird ambulant in Narkose oder in Lokalanästhesie durchgeführt. Die Arbeitsunfähigkeit nach diesem Eingriff beträgt nur wenige Tage.

  • Kleinere bis mittelgroße Fistelgangsysteme können in Narkose entfernt werden. Entweder lässt man die Wunde dann von alleine zuheilen, oder man verschließt die Wunde über einer Drainage durch Naht. Die Vor- und Nachteile beider Methoden müssen für jeden Fall individuell abgewogen werden.

  • Bei sehr ausgedehnten fuchsbauartigen Fistelsystemen besteht eine Chance auf Heilung nur durch die vollständige Entfernung des gesamten Fistelsystems. Der entstandene Gewebsdefekt wird dann durch plastische Rekonstruktionsverfahren wieder verschlossen. Bewährt haben sich hier Operationsverfahren, bei denen die Wundnaht von der Mittellinie auf die Seite verlagert wird. Diese Verfahren beinhalten einen etwa 5- bis 7-tägigen stationären Aufenthalt und ziehen eine etwa 4- bis 6-wöchige Arbeitsunfähigkeit nach sich.

 Für jeden Patienten erfolgt abhängig vom Lokalbefund, der Beschwerdesymptomatik, dem Alter und auch dem persönlichen Anspruch eine ausführliche individuelle Beratung über das in diesem Falle bestmögliche Vorgehen.

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