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Wenn das Herz aus dem Takt gerät

23.11.2018

Unser Herz sollten wir pfleglich behandeln - dazu gehört auch, sich regelmäßig zu bewegen.

Zur bundesweiten Herzwoche informierten die Mediziner des Krankenhauses. Wenn die Ärzte des Wermelskirchener Krankenhauses zum Aktionstag ins Bürgerzentrum einladen, dann herrscht traditionell Hochbetrieb. Dann hören vor allem ältere Besucher genau hin, nutzen die Gelegenheit, um ihre Fragen und Sorgen loszuwerden und manchmal auch, um Kontakt aufzunehmen.

In diesem Jahr dreht sich das Thema der Herzwochen, die von der Herzstiftung ausgerufen werden, um Herzrhythmusstörungen. Und wieder fand sich am Mittwochnachmittag im Bürgerzentrum kaum ein freier Stuhl, als Dr. Volker Launhardt, Chefarzt der Inneren Medizin im Wermelskirchener Krankenhaus, seine Kollegen auf dem Podium und das Programm vorstellte. Die Wermelskirchener, vor allem älteren Semesters, nahmen die Einladung des Krankenhauses wieder gerne an. Und fürs Erste gab es Grundwissen zum Herzen: 350 Gramm schwer, so groß wie eine Faust, 100 000 Aktionen pro Tag. Es pumpt täglich 10 000 Liter Blut durch den Körper. Und das bedeutet hochgerechnet: Bei 80 Lebensjahren zählt das Herz rund 2,9 Milliarden Aktionen und 290 Millionen Liter Blut. „Das Herz ist also ein Hochleistungsorgan“, stellte der Chefarzt fest – und erklärte dann, wie eben jenes Hochleistungsorgan funktioniert und wo Probleme entstehen können.

Wie Herzrhythmusstörungen. Bundesweit würden 450 000 Fälle im Jahr stationär behandelt, zwischen 60 000 und 200 000 Menschen würden jährlich wohl am plötzlichen Herztod sterben, erklärte er und riet dann zur Ruhe. Die meisten Herzrhythmusstörungen seien behandelbar, ergänzte der Arzt. Dann begann ein bunter, medizinischer Reigen. Oberarzt Arne Scholz informierte die Besucher im Bürgerzentrum über das Vorhofflimmern, mögliche Therapien und Medikamente. Er stellte Kathederlösungen vor und zeigte die vielen Möglichkeiten der Medizin auf. Dr. Michael Kellersohn nahm anschließend mit den Zuhörern den Herzschrittmacher-TÜV unter die Lupe. Er widmete sich damit zwar einem recht engen Kreis von Betroffenen, traf im Bürgerzentrum aber dennoch auf offene Ohren.

Zum Abschluss informierte Oberärztin Lejla Causevic darüber, welche Ursachen Herzrhythmusstörungen im höheren Lebensalter haben, welche Rolle sie spielen und wie sie behandelt werden können. Denn: Herzrhythmusstörungen, mit stolperndem Herzschlag, Herzleistungseinbußen, Schwindel oder sogar Bewusstlosigkeit, werden im Alter häufiger.

Mit zunehmenden Alter steigt die Wahrscheinlichkeit zu erkranken
Während laut der Wermelskirchener Ärzte 4,2 Prozent der 65- bis 74-Jährigen unter den Rhythmusstörungen leiden, sind es unter den 75- bis 84-Jährigen schon 9,4 Prozent. Ab 85 Jahren steigt die Wahrscheinlichkeit, unter so genanntem Vorhofflimmern zu leiden, noch mal deutlich.

Für ihre Zuhörer hatten die Ärzte aber vor allem Ermutigung im Gepäck: „Wenn Sie sich dem Thema stellen, sind Herzrhythmusstörungen meistens gut behandelbar“, schloss der Chefarzt.

Quelle: Remscheider General-Anzeiger (23.11.2018)

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