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Infoabend des Wermelskirchener Krankenhauses: Das ist alles möglich an der Königstraße

21.05.2026

Das neue Leitungsteam stellte sich rund 100 Besuchern vor. Und die hatten nicht nur viele Fragen an die Mediziner, sondern waren auch überrascht, welche Leistungsspektrum hinter dem vergleichsweisen kleinen Krankenhaus steckt.

Um die Situation der Klinik an der Königstraße und deren laufendes Insolvenzverfahren sollte es an diesem Abend im Wermelskirchener Bürgerzentrum ausdrücklich nicht gehen. Neue Erkenntnisse dazu wird es aber möglicherweise diese Woche noch geben, denn die Gesellschafter haben nach WGA-Informationen einmal mehr eine Zusammenkunft. Klinik-Geschäftsführer Professor Dr. Dietmar Stephan wies darauf hin, dass „heute die Medizin im Fokus“ stehe.

Mit Inga Axtner (Anästhesie), Dr. Jens Rudzewski (Orthopädie), Dr. Arif Yaksan (Allgemeine Chirurgie), Dr. Andriy Alekseyev (Radiologie), Arne Scholz (Innere, Kardiologie), Dr. Peter Nowak (Gastroenterologie) und Stefan Winkelmann (Geriatrie und Palliativmedizin) stellte sich das neue Leitungsteam des Krankenhauses vor.

Breites medizinisches Spektrum

Was im medizinischen Spektrum der vergleichsweisen kleinen Klinik alles drin ist, wurde anhand eines Beispiels klar, das als roter Faden bei der zweistündigen Veranstaltung dienen sollte: Ein 77-jähriger Motorradfahrer hat einen Unfall, wird während der Fahrt im Notarztwagen schon von der Anästhesistin betreut, kommt dann in den so genannten Schockraum, in dem sein Verletzungsbild untersucht wird. Später wird er vom Unfallchirurgen näher begutachtet. Es stellt sich aber auch eine Verletzung im Bauchraum heraus, die der Allgemeinchirurg behandeln muss. Die Internisten schauen sich nach der Behandlung den Patienten im Ganzen an - und weil er ein gewisses Alter erreicht hat, wird er noch dem Geriater vorgestellt.

Eine Besucherin - es waren insgesamt rund 100, die den Weg ins Bürgerzentrum gefunden hatten - zeigte sich begeistert von der Vielfalt an medizinischen Angeboten, die das Team des Krankenhauses immer noch anbietet. „Ich hätte bei manchen Behandlungsmethoden gar nicht gedacht, dass man die auch in unserem Krankenhaus bekommt“.

Hilfe für Osteoporose-Patienten

Beispiel: Osteoporose-Behandlung. Seit gut zwei Jahren bieten die Orthopäden eine Behandlungsmethode an, die das Krankenhaus Wermelskirchen als eines von nur drei Kliniken bundesweit durchführt: das sogenannte Ossure LOEP-Verfahren.

Dabei wird ein biologisches Material auf Calcium-Basis in das entsprechende Areal mit osteoporotischem Knochenverlust injiziert. „Der Knochen bildet sich dann im Verlauf von einigen Monaten neu“, erklärte Dr. Jens Rudzewski. Der Vorteil: Die Gefahr von Knochenbrüchen, die bei Osteoporose leider häufig sind, werde erheblich minimiert.

Krankenhausreform: Die Hoffnung auf die Hüfte bleibt

Wie mehrfach berichtet, trudelten im Zuge der Krankenhausreform die so genannten Feststellungsbescheide der Landesregierung Mitte Dezember 2024 auch in Wermelskirchen ein.

Mit der Konsequenz, dass das Leistungsspektrum Endoprothetik ab Ende 2025 wegfallen sollte. Im Zuge der Krankenhausreform und der Landeskrankenhausplanung NRW war dem Krankenhaus Wermelskirchen die Behandlung von Patienten in den Leistungsgruppen „elektive Endoprothetik Knie“ und „elektive Endoprothetik Hüfte“ nicht mehr gestattet worden. Anfang 2025 dann die Erleichterung: Das Verwaltungsgericht revidierte seine Entscheidung. Knie-Endoprothetik gibt es in Wermelskirchen weiter. „Gegen die Entscheidung, die Hüft-Endoprothetik wegfallen zu lassen, hat die Klinikleitung geklagt“, so Jens Rudzewski. „Auf ein positives Ergebnis hoffen wir auch hier.“

Aber auch Krebs-Operationen, etwa am Darm oder Magen, werden im Krankenhaus weiterhin durchgeführt. „Gerade vorige Woche noch sehr erfolgreich am Magen“, berichtete Dr. Arif Yaksan.

Ein Vorteil, so die Mediziner während des Vortrags, sei die „hervorragende interdisziplinäre Zusammenarbeit im Haus an der Königstraße. Das zeichnet uns aus.“

Dietmar Stephan betonte im Vorfeld noch einmal: „Wir möchten ganz bewusst mit der Veranstaltung das Vertrauen der Wermelskirchener in das Haus schärfen. Denn letztlich ist es so, dass unsere Klinik nur überleben wird, wenn sie auch im Krankheitsfall zu uns kommen.“

Quelle: Remscheider General Anzeiger (21.05.2026)

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