10.09.2026
Das Oberverwaltungsgericht hat entschieden: Patienten mit Hüftleiden können sich nun auch wieder an der Königstraße endoprothetisch behandeln lassen. Das gesamte Spektrum der Endoprothetik hätte die Klinik damit zurückgewonnen. Ein Hauptverfahren wird es indes noch geben.
Sehr gute Nachrichten aus dem Krankenhaus Wermelskirchen: Das Team der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Königstraße darf künftig auch wieder Hüft-Endoprothetik anbieten. Das teilt Geschäftsführer Dr. Dietmar Stephan aktuell mit. Ausstehend sei noch ein entsprechendes Hauptverfahren. Aber eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes habe „auf jeden Fall Gewicht“, so der Geschäftsführer.
Wie berichtet, hatte das Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS NRW) im Sommer 2024 alle am Verwaltungsverfahren Beteiligten, also die Krankenhäuser, die Krankenkassen, die Kommunen und die Mitglieder des Landesausschusses für Krankenhausplanung, über seine Planungen informiert, welche Krankenhäuser zukünftig welche Leistungsgruppen zugewiesen bekommen sollen.
Ein bitterer Schlag
Im Zuge der Krankenhausreform und der Landeskrankenhausplanung NRW war dem Krankenhaus Wermelskirchen die Behandlung von Patienten in den Leistungsgruppen „elektive Endoprothetik Knie“ und „elektive Endoprothetik Hüfte“ zunächst nicht mehr gestattet worden. Ein damals für alle Beteiligten bitterer Schlag. Gegriffen hätte das ab dem 1. Januar 2026.
Eine erste Wendung folgte gut ein Jahr später: Das Verwaltungsgericht Köln hatte dann aber mit Beschluss vom 27. November 2025 entschieden, dass auch über den 1. Januar 2026 hinaus am Krankenhaus an der Königstraße zumindest Knie-Endoprothesen eingesetzt werden dürfen. Die Richter am Verwaltungsgericht seien zu dem Ergebnis gekommen, „dass die Entscheidung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS NRW) über die Zuweisung beziehungsweise Nichtzuweisung der betreffenden Leistungsgruppe ermessensfehlerhaft war“, hieß es damals. „Und so hat das Gericht auch diesmal wieder entschieden“, sagt Dietmar Stephan.
Ein Segen für die ohnehin angeschlagene Krankenhaus Wermelskirchen GmbH, die gerade wie berichtet ein Insolvenzverfahren abwickelt. Stephan: „Für uns eröffnet die Rückgewinnung der gesamten Endoprothetik natürlich auch enorme wirtschaftliche Spielräume.“
Dr. Jens Rudzewski, der nach dem freiwilligen Wechsel von Dr. Hans Goost im Frühjahr 2026 als neuer Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie angetreten war, ist ebenfalls sehr erleichtert über die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes. „Viele Patienten waren auch schon ungeduldig. Manche haben sich dann natürlich anderswo operieren lassen, aber einige haben tatsächlich auch gewartet.“
Chancen für die Mitarbeitergewinnung
Rudzewski, der schon seit zehn Jahren in der Abteilung medizinisch tätig ist, sieht durch den Rückgewinn des gesamten Endoprothetik-Spektrums nach Wermelskirchen große Chancen. Gerade nach der hoffentlich bald überstandenen Insolvenz. „Für uns bedeutet das natürlich auch Mitarbeiterbindung. Und: Das Krankenhaus wird wieder interessanter für Pflegepersonal und Assistenzärzte in unserem Bereich.“
Um den Patientinnen und Patienten, die jetzt überlegen, sich eine neue Hüfte in Wermelskirchen einsetzen zu lassen, eine Orientierung zu geben, richten Dr. Jens Rudzewski und sein Team künftig eine spezielle Sprechstunde für Hüft-Endoprothetik ein. Eine Terminvereinbarung ist unter Telefon: 02196. 98-361 möglich.
Quelle: Remscheider General Anzeiger (10.09.2026)
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