Medizin | Allgemein-/Viszeralchirurgie | Weiterbildung

Kerncurriculum Common trunk (Basischirurgie)

Ausbildungskonzept in der 2-jährigen Weiterbildung des Common trunk ist ein Einsatz der
neu eingestellten Assistenzärzte in der chirurgischen Ambulanz unter Aufsicht des zuständigen Ambulanzoberarztes geplant. In diesem Zeitraum sollen die Kollegen unter entsprechender Aufsicht bzw. mit entsprechender Nachfragemöglichkeit die Einschätzung von Notfall- situationen erlernen sowie die entsprechende Diagnostik (Anamnese, klinische Untersuchung, Ultraschalldiagnostik, Röntgendiagnostik) gezielt und sinnvoll einsetzen und entsprechende therapeutische Konsequenzen ziehen.

In dieser Zeit sollen ebenfalls die Grundfertigkeiten des chirurgischen Handelns, wie z.B. Wundversorgungen, Repositionen, Gipsanlagen und deren Nachkontrollen eingeübt werden. Des weiteren werden in diesem Zeitraum nicht nur die medizinischen Fähigkeiten des Mitarbeiters geschult, sondern auch die verwaltungstechnischen Erfordernisse eingeübt. Dies geschieht, wie bereits o.e., unter der Kontrolle des zuständigen Ambulanzoberarztes bzw. durch meine Person.

Im 2. Halbjahr der Ausbildung werden die Mitarbeiter auf den chirurgischen Stationen ein- gesetzt, wo sie unter Anleitung erfahrener Kollegen, des zuständigen Stationsoberarztes und meiner eigenen Person in der Vor- und Nachbehandlung der operativen bzw. konservativ zu versorgenden Patienten Erfahrungen sammeln können.

Hier sollte als Ziel der Ausbildung eine eigenständige Einschätzung der Krankheitsverläufe, Besonderheiten in der Behandlung der verschiedenen Krankheitsbilder und entsprechende diagnostische und therapeutische Maßnahmen sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit den zu Verfügung stehenden Ressourcen eingeübt werden. In diesem Zeitraum sollten Assistenzen im operativen Bereich bei kleineren und mittleren Eingriffen durchgeführt werden und Eingriffe geringeren Schwierigkeitsgrades unter entsprechender Assistenz eines Oberarztes oder meiner Person möglich sein.

Im 3. Halbjahr der Ausbildung werden die Mitarbeiter auf der Intensivstation unseres Hauses eingesetzt und dort mit intensivmedizinischen Maßnahmen, wie Intubation, Beatmungs- konzepten, differenzierter medikamentöser Therapie und den entsprechenden Konsequenzen in der Weiterbehandlung unter anästhesiologischer Betreuung vertraut gemacht.

Im 4. Halbjahr des Common trunk kehren die Mitarbeiter auf die chirurgischen Stationen zurück, um ihre Kenntnisse in Führung, Betreuung und Behandlung der stationären Patienten zu verfeinern. Eingriffe geringerer Größenordnung sollten unter Anleitung jetzt durchgeführt werden können. Assistenzen bei mittleren und größeren Eingriffen sind zu diesem Zeitpunkt der Ausbildung obligat.

Während des gesamten Ausbildungszeitraumes werden die Mitarbeiter in die Besonderheiten der BG-lichen Behandlung und die gutachterliche Tätigkeit eingeführt.
Kernkompetenz / ThemenAusbilderKompetenz- überprüfung
Einsatz in der Ambulanz
Einschätzung von Notfallsituationen
Grundfertigkeiten des chirurgischen Handelns
Chefarzt/Oberarzt1.-6. Monat
Stationsarbeit
eigenständige Einschätzung der Krankheitsverläufe
Assistenz bei kleineren und
mittleren Eingriffen
Chefarzt/Oberarzt7.-12. Monat
Einsatz auf der Intensivstation
Erlernung von intensivmedizinischen Maßnahmen
Chefarzt/Oberarzt13.-18. Monat
Stationsarbeit
Patientenführung
Eingriffe geringerer Größenordnung
unter Anleitung
Assistenz bei mittleren und
größeren Eingriffen
Chefarzt/Oberarzt19.-24. Monat

Weiterbildungscurriculum für den Facharzt für Viszeralchirurgie

Ziel der fachspezifischen Weiterbildung an unserer Klinik ist es, Weiterbildungskandidaten durch Vermittlung von theoretischen Kenntnissen und praktischen Fertigkeiten optimal weiterzubilden, und in der durch das Weiterbildungsprogramm vorgesehenen Weiterbildungs- zeit zur Facharztreife zu führen.

Als eine chirurgische Abteilung mit einem breiten visceralchirurgischen Spektrum sind wir in der Lage, diese Weiterbildung inhaltlich vollständig anzubieten. Die modulare Strukturierung der Weiterbildung mit Jahreszielen soll eine Überprüfung der zu vermittelnden Inhalte er- möglichen. Die Formulierung von Jahreszielen richtet sich inhaltlich nach dem Weiterbildungs- curriculum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie.

Jeder Ausbildungskandidat wird ein vom BDC herausgegebenes Logbuch führen. Hier werden die Ausbildungsinhalte sowie die regelmäßigen Gespräche zur Orientierung und Strukturie- rung in der Ausbildung dokumentiert. So soll das zeitgerechte Erzielen der fachspezifischen Weiterbildung ermöglicht werden.

Die Weiterbildungskandidaten sollen für ambulante und stationäre Patienten in der Abklärung, Therapie und Gesamtbetreuung Verantwortung übernehmen. Im 1. Jahr sollen Kenntnisse und Fähigkeiten in der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung, Nachbehandlung und Rehabilita- tion von Erkrankungen, Verletzungen und Infektionen erlangt werden.

Weiterhin soll die Epidemiologie, Äthiologie, Embryologie, Pathogenese, Pathophysiologie und Prognose der Fehlbildungen innerer Organe insbesondere der gastroenterologischen, endo- krinen und onkologischen Chirurgie angeeignet werden. Kenntnisse in Asepsis, Prophylaxe, konservative und operative Behandlung chirurgischer Infektionen. Kenntnisse in Grundlagen der parenteralen und enteralen Therapie. Prophylaxe, Früherfassung und Behandlung post- operativer Komplikationen. Kenntnisse in der Schmerzerfassung, Schmerztherapie und dem hausinternen Schmerzkonzept sowie Kenntnisse in der Pharmakotherapie.

Chirurgische Fähigkeiten, die im ersten Jahr unter Anleitung erlangt werden sollen, sind: Die Wundversorgungen, Exzisionen und einfache Biopsien, Herniotomien und die Appendektomie. Weiterhin sollen das Setzen von Lokalanästhesien beherrscht werden. Das Management eines akuten Abdomens, welches erkannt und der weiterführenden Abklärung bzw. der nachfolgen- den Therapie zugeführt werden soll.

Die o.a. Kenntnisse und Fähigkeiten sollen durch die Tätigkeit auf der Station, in der inter- disziplinären Notfallambulanz sowie im OP unter Anleitung von Fachärzten und leitenden Ärzten erlangt werden. Hierzu dienen auch die regelmäßigen internen Fallbesprechungen sowie die regelmäßigen hausinternen Fortbildungen. Auch die Erarbeitung der Therapiestrate- gien analog der Leitlinien der chirurgischen Fachgesellschaften und der interdisziplinären Arbeitsgemeinschaften wird gefordert. Die Kollegen sind auch angehalten, regelmäßig an externen Fortbildungsveranstaltungen und Kongressen teilzunehmen.

Im 2. Ausbildungsjahr sollen Kenntnisse in der Indikationsstellung zur operativen und konservativen Behandlung einschließlich der Risikoeinschätzung und prognostischen Beurteilung endoskopischer, laparoskopischer und minimalinvasiver Operationsverfahren erlangt werden. Hier sollte eine eigenständige Einschätzung der Krankheitsverläufe, Besonderheiten in der Behandlung der verschiedenen Krankheitsbilder und entsprechende diagnostische und therapeutische Maßnahmen sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen eingeübt werden. Die Kenntnisse sollen durch Teilnahme an den allgemeinen Indikationssprechstunden und an den proktologischen Sprechstunden erlangt werden. Die operativen Tätigkeiten werden um laparoskopische Operationen, wie z.B. die diagnostische Laparoskopie, die laparoskopische Appendektomie sowie die laparoskopische Cholezystektomie unter Anleitung, und proktologische Eingriffe, wie z.B. Hämorrhoidektomie und Fistelexzisionen erweitert. Zudem sollen die Proktoskopie und Rektoskopie durch Einsatz in der ½-jährigen Rotation in die Proktologie erlernt werden. Die Kenntnisse sowie die operativen Fähigkeiten sollen durch Teilnahme an Kongressen, an externen Operationskursen sowie durch Hospitationen vertieft werden.

Im 3. Ausbildungsjahr zum Visceralchirurgen sollen Kenntnisse und Fähigkeiten in der Mitwirkung bei interdisziplinären, interventionellen Verfahren, wie radiologischen und radiologisch-endoskopischen Verfahren, oder endosonografischen Untersuchungen des Gastrointestinaltraktes erlangt werden. Hierzu ist in Vereinbarung mit der Leitung unserer endoskopischen Abteilung im Hause ein 6-monatiger Einsatz in der endoskopischen Abteilung vorgesehen. Weiterhin sollen die interventionellen Verfahren durch Teilnahme an interven- tionellen Untersuchungen und Eingriffen, wie z.B. der Sonografie und/oder CT-gesteuerten Punktion und/oder Drainage in Kooperation mit der radiologischen und medizinischen Abteilung unseres Hauses angeeignet werden.

Zudem sollen Kenntnisse in der Indikationsstellung zu den wichtigsten diagnostischen Untersuchungen und Interpretation der Resultate bzgl. der gesuchten Pathologie unter Kenntnis der Risiken und Kosten dieser Untersuchungen erlangt werden. Diese Fähigkeit soll durch Teilnahme an einer spezialisierten Sprechstunde, wie z.B. der onkologischen Sprechstunde, oder Übernahme jener Sprechstunde unter kontinuierlichen Supervisionen erweitert werden.

Das Operationsspektrum soll auf die Struma- und Darmchirurgie erweitert werden. An Darmeingriffen sind vorgesehen: Einfache resezierende Eingriffe am Dick- und Dünndarm sowie die Anlage enteraler Stomata. Zudem auch größere Bauchwandeingriffe, wie z.B. Narbenhernienverschlüsse mittels alloplastischem Material.

Im 4. Ausbildungsjahr zum Visceralchirurgen sollen die bisher erlangten Kenntnisse in Führung, Betreuung und Behandlung der ambulanten und stationären Patienten weiter vertieft werden. Das besondere Augenmerk soll auf der interdisziplinären Integrationsstellung zur gastroenterologischen, strahlentherapeutischen und nuklearmedizinischen Behandlungsver- fahren liegen. Hierzu sollen für die onkologischen Patienten multimodale Therapiekonzepte erarbeitet werden. Diese Kenntnisse und Fähigkeiten werden durch die Teilnahme an der onkologischen Sprechstunde sowie durch die Teilnahme an der interdisziplinären onkolo- gischen Fallkonferenz (Tumorboard) erweitert.

Die unter Anleitung durchzuführenden Eingriffe werden auf Standardkolon- und Rektumresek- tionen erweitert. Zudem werden unter Anleitung Magen- sowie atypische Leberresektionen und Operationen an den Gallenwegen, wie z.B. die biliodigestive Anastomose erlernt. Die in erster Linie durchzuführenden Eingriffe am Pankreas sind Linksresektionen sowie Drainage- operationen. Zudem werden Notfalleingriffe des Bauchraumes, wie z.B. der Ileus, assistiert.

Jeden Weiterbildungskandidaten werde ich als Tutor persönlich betreuen. Der Weiterbildungs- kandidat ist verpflichtet, den Fortgang der Weiterbildung zu dokumentieren. Am Ende jeder 12-monatigen Weiterbildungsperiode werden die Weiterbildungsinhalte in einem Gespräch evaluiert und der Operationskatalog überprüft. Daraus resultierende notwendige Schritte werden eingeleitet, so dass die Vorgaben der Weiterbildungsordnung zeitlich und inhaltlich eingehalten werden.

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