Schmerzen ohne Verletzung

"Schmerz ist eine universelle Erfahrung, die uns von der Kindheit bis in das hohe Alter begleitet." Dr. Colinas-Winkler und Dr. Kirsten Buys informierten etwa fünf Dutzend vorwiegend ältere Menschen im Ratssaal über akuten und chronischen Schmerz. Die Chefärztin ging auf die Akutschmerz-Therapie ein. Schmerz sei nach einer Operation oft nicht vollständig zu vermeiden, könne jedoch auf erträgliche Weise gesenkt werden.

Schmerzen können zu Stress, Angst, Depressionen und Angst führen. Diese Symptome können das Risiko von Schlafstörungen, einer höheren Infektionsgefahr, Erschöpfung und vielem mehr erhöhen. "Es gibt ein Schmerzgedächtnis." Die Ziele der postoperativen Schmerztherapie seien die Linderung der Schmerzen, die Förderung der Erholung und die Verminderung von Komplikationen.

Wie hoch der Schmerz bei jedem betroffenen Patienten wirklich ist, könne durch die Schmerzmessung aufgespürt werden, sagte die Chefärztin der Intensivmedizin und Schmerztherapie.

Eine numerische Rating-Skala beispielsweise könne durch einen Skalawert von 1 bis 10, welchen der Patient für seinen Schmerz selber bestimmt, ermittelt werden. Für jeden angegebenen Wert gebe es das richtige Medikament und die richtige Behandlung.

Für alte Menschen, bei denen das sprachliche Vermögen nicht mehr gut vorhanden ist, sowie bei Kindern gebe es die "Gesichtsskala". Auf der können die Patienten anhand von Smilies ihren Schmerz verdeutlichen.

Es gibt drei Möglichkeiten, Schmerzen zu therapieren Dr. Colinas-Winkler zeigte drei Möglichkeiten der Schmerztherapie auf: 1. ohne Medikamente mit Kälte / Wärme, physio- therapeutisch oder mit Akupunktur, 2. systemische Schmerztherapie mit durch die Patienten kontrollierter Analgesie ("kein Schmerz"), bei der sie mit einer kleinen Pumpe das Medikament dosieren; 3. "regional", das heißt mit Kathetern und Blockaden. Diese werden häufig für orthopädische und traumatologische Eingriffe an Armen / Händen und Beinen / Füßen benutzt.

Auch die Nachbetreuung der Patienten sei garantiert. Täglichen neurologische Diagnose, Verbandswechsel und die Beurteilung der Punktionsstelle sowie die Dokumentation der Maßnahmen nach standardisiertem Verlaufsprotokoll sind mit einbegriffen.

Dr. Kirsten Buys ging auf den chronischen Schmerz ein. Schmerz ist ein ganz persönliches Gefühl, welches Herzklopfen, Angst und Wut auslösen kann. "Es gibt ein Schmerzgedächtnis. Wenn man früh Schmerzen erlitten hat, wird man sich auch nach 60 oder 70 Jahren daran erinnern", sagte die Oberärztin.

Im Unterschied zum akutem gibt es chronische Schmerzen ohne eine aktuelle Verletzung. Auslöser könnten Stress, harte Arbeit, familiäre Schwierigkeiten, Mobbing im Job oder Krankheit sein. Aber auch Alterung kann zu chronischem Schmerz führen - oder Begleit- erscheinungen von Diabetes, Durchblutungsstörungen oder Rheuma.

Dr. Buys: "Der Schmerz wird zum Lebensinhalt. Er ist der Ausdruck von Leid, kann als Druckmittel dienen oder der Rückzug aus alltäglichen Dingen sein."

Die Behandlung sei nur ganzheitlich erfolgreich. Die Möglichkeit, den Schmerz zu lindern,
sei gegeben, wenn man die richtigen Medikamente finde.

Bei chronischem Leiden sei ganz wichtig, sich trotzdem zu bewegen, um das Leid nicht zu verstärken. Dr. Buys: "In 80 Prozent der Fälle kann es durch eine komplexe und ganz- heitliche Therapie lindern."

Das Krankenhaus Wermelskirchen arbeitet daran, die ganzheitliche Schmerztherapie bald auch hier selber anbieten zu können.

Weiterführende Informationen:
Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes
Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie
Deutsche Schmerzliga
Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft

Quelle: Wermelskirchener General-Anzeiger (29.10.2010)

Pressemitteilung

Presseerklärung Orthopädie und Unfallchirurgie in Wermelskirchen
mehr

Presseerklärung Besuch der Gesundheitsministerin Barbara Steffens vom 23.03.2017mehr

Aktuelles

Aktuelle Stellenangebote

mehr

Krankenhaus: Neubau verzögert sich etwas

mehr

Neue Fachkräfte für die Krankenpflege

mehr

Krankenhaus stellt sich für die Zukunft auf

mehr

KTQ-Zertifizierung

Das Krankenhaus Wer-
melskirchen ist seit 2007
KTQ-zertifiziert.
mehr

endoCert-Zertifizierung

Das Krankenhaus Wer-
melskirchen ist seit 2015
zertifiziertes Endo- prothetikzentrum
mehr

DHG-Siegel

Das Krankenhaus Wer-
melskirchen hat das Gütesiegel der Deutschen Hernien-Gesellschaft für qualitätsgesicherte Hernien-Chirurgie erhalten.
mehr

DGU-Zertifizierung

Das Krankenhaus Wer-
melskirchen ist seit 2013 zertifiziertes Traumazentrum
mehr

Krankenhaus Wermelskirchen GmbH | Königstr. 100 | 42929 Wermelskirchen | Tel.: 02196. 98-0 | Fax: 02196. 98-359