Krankenhaus streicht Herz-Untersuchung

Die Patienten, die sich in Wermelskirchen einem Herzschrittmacher-Eingriff unterziehen, müssen künftig zur Kontrolle des Geräts in andere Städte ausweichen. Ein Remscheider Kardiologe hatte sich über den Service des Krankenhauses beschwert.

Patienten müssen nun zur Kontrolle des Herzschrittmachers nach Remscheid fahren. Die Kassenpatienten des Wermelskirchener Krankenhauses, die bisher zur Kontrolle ihres Herzschrittmachers das Ärzte- und Schwesternteam dort ambulant aufsuchten, müssen seit dem 1. Mai längere Wege in Kauf nehmen. Die Klinik hat keine offizielle Ermächtigung der Krankenkassen mehr für die ambulante Untersuchung. Ausschlaggebend war ein Remscheider Kardiologe, der sich darüber mokiert hatte, dass das Wermelskirchener Krankenhaus die Nachsorge nach dem Implantieren des Schrittmachers als Serviceleistung weiter übernahm.

„Wir haben kein Interesse, uns mit Niedergelassenen zu überwerfen“, begründet Krankenhausgeschäftsführer Christian Madsen den Rückzug.

Kardiologisches Angebot bleibt erhalten
Wie Chefarzt und Ärztlicher Direktor Dr. Volker Launhardt bedauere er den Wegfall der Untersuchung für die Patienten. Die rund 100 Betroffenen pro Jahr, die, meist wegen Herzrhythmusstörungen unterschiedlicher Art, in Wermelskirchen einen Schrittmacher eingepflanzt bekamen, müssen für die regelmäßig notwendigen Kontrollen nun in kardiologische Praxen in den umliegenden Städten ausweichen, obwohl der Schrittmacher in Wermelskirchen implantiert wurde. „Das ist vor allem für ältere, eher immobile Patienten sehr von Nachteil“, sagt Launhardt. Zudem hätten sich die Patienten an das Team aus Ärzten und Pflegern gewöhnt, Vertrauen entwickelt. Launhardt: „Wir sind gerade noch dabei, alle zu informieren. Die meisten sind geschockt und enttäuscht.“

Launhardt betont, dass ansonsten das komplette kardiologische Angebot in Wermelskirchen erhalten bleibe. Eingriffe wie die Wechseloperation der Herzschrittmacher würde es – weil stationär – freilich auch weiterhin geben. Der Herzschrittmacher ist ein kleines Gerät, mithilfe dessen das Herz wieder „im richtigen Takt“ schlagen soll. Die Geräte sind mit ein oder zwei Elektroden ausgerüstet, die über eine große Vene bis ins Herz reichen. Dort messen sie die Aktivität des Herzmuskels. Wird der Herzschlag unregelmäßig oder zu langsam, geben sie elektrische Impulse ab und normalisieren damit den Herzrhythmus.

Wie oft der Patient nach einem solchen Eingriff zur Herzschrittmacher-Kontrolle muss, hängt von der Grunderkrankung und dem eingesetzten Gerät ab. „Das ist bei jedem unterschiedlich“, sagt Dr. Volker Launhardt. Fest steht, dass er es jetzt nicht mehr in Wermelskirchen kann. Jahrzehntelang gab es den Service nach einer Herzschrittmacher-OP am Krankenhaus an der Königstraße für die Patienten, die sich dort hatten operieren lassen. Vor Jahren hatte es auch noch eine Ermächtigung der Kassen gegeben.

Herzschrittmacher-Untersuchung
Herzschrittmacher müssen in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Überprüft wird die regelrechte Funktion des Systems. Hat die Batterie noch ausreichend Kapazität? Sind die Elektroden intakt? Starke elektromagnetische Felder können einen Herzschrittmacher zum Beispiel beeinflussen.

„Die Genehmigung kann einmal im Jahr von Kliniken eingeholt werden“, erklärt Christopher Schneider von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Dazu berate ein Gremium aus Krankenkassenvertretern und niedergelassenen Ärzten im Einzelfall darüber, ob es notwendig ist, dass das betreffende Krankenhaus solche Kontrollen auch ambulant durchführt. Schneider: „Das kommt auch immer auf die Zahl der Kardiologen an, die den Service in der Umgebung anbieten.“ Zudem sei es eine Ermessensfrage, inwieweit die Kontrolluntersuchung noch mit dem stationären Eingriff in Verbindung, also als Nachsorge zu verzeichnen sei. Ausnahmen seien zudem sogenannte „schwerwiegende Fälle.“ Dr. Volker Launhardt betont, dass die niedergelassenen Ärzte in Wermelskirchen der Serviceleistung Schrittmacherkontrolle immer positiv gegenüber gestanden hätten. „Auch für die Hausärzte würden wir das Angebot gern weiter fortführen“, sagt Christian Madsen.

Quelle: Wermelskirchener General-Anzeiger (30.05.2016)

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