Herztag: Mehr Leistung - mehr Lebensqualität

Eigentlich hatte die Deutsche Herzstiftung Rhythmus-Störungen als Thema für den Herz-
tag 2010 ausgerufen. Die freilich hatte das Wermelskirchener Krankenhaus bereits 2009 aufbereitet und darum diesmal die Herzschwäche fokussiert: "Herzschwäche - Luftnot, schwere Beine, Leistungsmangel - Was können wir für sie tun?"

Das war die Ausgangslage für das Krankenhaus. Welches darauf verwies, dass in Wer-
melskirchen routinemäßig Schrittmacher eingepflanzt werden, und dass Katheter und
Klappen und Ähnliches - "hoch spezialisierte Medizin" - wenigen Zentren in Deutschland vorbehalten sind. Mit denen das Wermelskirchener Krankenhaus intensiv vernetzt ist -
über informierte Patienten, mit Hausärzten und besagten Zentren. Das sei nicht zuletzt
eine Frage der Kommunikation, stellte Dr. Volker Launhardt heraus, Ärztlicher Direktor
des Krankenhauses und Chefarzt der Inneren Abteilung.

Mit Geschäftsführer Christian Madsen war er höchst erfreut über das große Interesse
der Wermelskirchener, die den großen Saal des Bürgerzentrums fast füllten. Neben dem Chefarzt referierten Oberarzt Dr. Michael Kellersohn und sein Kollege Thorsten Wetzel. Launhardt skizzierte zur Einführung die Grundlagen des Themas: 1,5 Millionen Menschen
mit Herzschwäche in Deutschland, Tendenz steigend, weil die Lebenserwartung immer mehr steigt. Jeder Zehnte über 80 Jahren leide an Herzschwäche.

Also an der Unfähigkeit des Herzens, ein dem Bedarf angepasstes Herz-Minuten-Volumen
zu fördern ("pumpen"). Wie erkenne ich die Herzschwäche? An Problemen der Rückwärts- versorgung ("das Trocken-Saugen klappt nicht"), also z.B. Lungen-Stauungen oder Wasser
im Bein; an Problemen der Vorwärtsversorgung: Alle Organe werden minderdurchblutet,
und es kommt zur Leistungsschwäche.

"Müssen so viele Tabletten sein?", fragte Thorsten Wetzel. Und beruhigte: Es werde so viel verschrieben wie nötig. "Je schwächer das Herz, desto mehr ist dagegen zu unternehmen", beruhigte er Herzkranke, die jeden Tag eine Handvoll "Pillen" zu sich nehmen.

"Wir können den Herzschlag nur bremsen, nicht beschleunigen", sagte Wetzel zur Erklärung von Betablockern, die ihn verlangsamen und vor Stress schützen. Entwässerungs-Tabletten scheiden überschüssiges Wasser aus und erleichtern dem Herzen die Arbeit. Ziel sei stets: "Mehr Herzleistung ist auch mehr Lebensqualität", sei auch eine Abnahme an Komplikationen wie Lungenentzündungen, also auch der Krankenhaus-Aufenthalte. Selber könne der Patient Tabletten regelmäßig und zu möglichst gleichen Uhrzeiten einnehmen ("Effektiver"), sein Gewicht kontrollieren, um Wasser-Einlagerungen zu entdecken, sich ausgewogen ernähren, genug schlafen, nicht rauchen und körperlich aktiv sein.

Die Wirksamkeit von Weißdorn sei nicht belegt; die Therapie des zu hohen Cholesterin-Spiegels sei um so wichtiger, als sich die Gefäße ansonsten eher zusetzten, ein Puls von
50-90 sei normal und ein Blutdruck von 130/80 ebenso - bei Diabetikern niedriger -, antwortete Wetzel auf Fragen aus dem Publikum.

Was technisch möglich ist, wenn die "Pille" nicht mehr hilft, schilderte Dr. Michael Kellersohn. Er unterschied zwischen Herz-Muskel-Schwäche ("Der Motor ist zu schwach"), Herz-(Klappen) Schwäche ("Wie beim Stau auf der Autobahn"), der Rhythmus-Motorik ("Die Ruder-Crew ist aus dem Takt") sowie der "Asynchronie" bzw. "Dyssynchronie" ("Unter- oder Überdrehen des Motors").

Kellersohn stellte als Ergänzung zu Medikamenten zur Verbesserung der Durchblutung Stent und Bypass vor. Selbst bei der Klappen-Reparatur oder ihrem Austausch oder beim "Stopfen" von Löchern in der Herzscheidewand gebe es inzwischen Möglichkeiten, "invasiv" vorzugehen, das heißt ohne den Brustkorb zu öffnen. Bei Schrittmachern, Defibrillatoren sowie Aggregaten zur Resynchronisierung der Herzkammer stellte Dr. Kellersohn die Bedeutung der Nachkontrollen heraus.

Und wenn alles nicht hülfe, gebe es die Transplantation. Allerdings gebe es mehr als doppelt so viele Menschen, die auf ein Herz warten, als Spender. Die Ärzte wiesen allemal auf die Bedeutung der körperlichen Aktivität hin. Deshalb war auch die Koronarsportgruppe des TuS Wermelskirchen im Saal vertreten - ein zentrales und ärztlich begleitetes Angebot neben all denjenigen beispielsweise für Diabetiker oder den Rücken (TuS-Büro: 88 28 10).

Quelle: Wermelskirchener General-Anzeiger (24.11.2010)

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