Gesundheitsreform trifft alle Patienten

Krankenhausverwaltung, Betriebsrat und Gewerkschaft Verdi haben häufig unterschiedliche Interessen. Nicht so am 24. Juni. Dann ziehen alle an einem Strang und protestieren Seit an Seit gegen die von der Großen Koalition auf den Weg gebrachte Gesundheitsreform.

„Solch einen Schulterschluss habe ich noch nicht erlebt“, sagt Krankenhausgeschäftsführer Christian Madsen. „Die Lage ist ernst. Diese Reform trifft den Patienten.“

Deshalb demonstrieren die Mitarbeiter des Wermelskirchener Krankenhauses am Mittwoch, 24. Juni, gemeinsam mit den Aufsichtsratsvorsitzenden der Krankenhaus GmbH um 13 Uhr vor dem Haupteingang. Die Demo soll nur kurz während der Dienstübergabe dauern, damit sie nicht zulasten der Patienten geht, versichern Madsen und der Betriebsratsvorsitzende Axel Wieland. Was Geschäftsführung und Mitarbeiter so auf die Palme bringt, ist, dass hohe Qualität durch das Gesetz, das das Kabinett schon passiert hat, vom Bundesrat und Bundestag aber noch beschlossen werden muss, bestraft werde. „Wir hatten in Wermelskirchen in den vergangenen Jahren sprunghafte Wachstumszahlen, die landesweit für Aufmerksamkeit sorgten“, erklärt Madsen.

Es werde immer weniger Zeit für ein nettes Wort bleiben

Statt die positive Entwicklung zu honorieren, werde weiter gekürzt. „Wird das umgesetzt, können wir unseren hohen Standard nicht mehr halten“, kündigt Madsen an. Es werden zu Einschnitten, möglicherweise zu Personalreduzierungen kommen.

Das wollen natürlich auch der Betriebsrat und die Gewerkschaft nicht. „Wir haben doch ein gemeinsames Ziel: den Erhalt des Krankenhauses in Wermelskirchen und der Arbeitsplätze“, sagt Betriebsratsvorsitzender Axel Wieland, der dem Wermelskirchener Krankenhaus im Vergleich mit anderen Kliniken noch einen relativ hohen Personalschlüssel bescheinigt. Madsen drückt das so aus. „Unsere Mitarbeiter haben trotz der Belastung auch mal Zeit für ein nettes Wort.“ Das werde bei zunehmendem Druck immer seltener der Fall sein. Bundesweit von Flensburg bis Garmisch soll am 24. Juni gegen die Krankenhausreform protestiert werden. Die Mitarbeiter werden durchnummerierte Zahlen als Protest in die Höhe halten. Die Zahlen symbolisieren den bundesweiten Fehlbedarf von 162 000 Mitarbeitern in den Krankenhäusern.

„Wir sind ein kommunales Krankenhaus und müssen keine Unternehmensgewinne abführen, sondern können sie in das Haus investieren“, sagt Madsen. Das werde aber vorbei sein, wenn die Reform greife.

Gemeinsam hoffen Gewerkschaft, Betriebsrat und Krankenhausleitung, die Reform abwenden zu können, die sich in ihren Augen gegen Patienten, Mitarbeiter und Krankenhäuser richtet.

Fallzahlen

Um Krankenhäuser vergleichen zu können, gibt es die Casemix-Zahl (Fallzahlen plus Schweregrad der Erkrankung). Die bewegte sich im Krankenhaus Wermelskirchen zwischen 6254 und 7008, schnellte aber seit 2009 bis auf 8500 hoch. In diesem Jahr erreicht das Krankenhaus erstmals die Zahl von 10 000 stationär behandelten Patienten.

Mitarbeiter

Rund 400 Mitarbeiter kümmern sich um die Gesundheit der Patienten. Die Verweildauer lag 1990 bei durchschnittlich 10 Tagen, heute bei 5,5 Tagen.

Quelle: Wermelskirchener General-Anzeiger (18.06.2015)

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