Fit für die Krankenbetreuung

Das Krankenhaus erweitert sein Spektrum und hilft, Menschen für die häusliche Pflege zu qualifizieren. Möglich wird das durch die Beteiligung an einem Projekt, das 2004 von der Uni Bielefeld mit 20 Krankenhäusern gestartet wurde. Heute beteiligen sich gut 200 Hospitäler in NRW und Hamburg an dem von Professorin Dr. Katharina Gröning initiierten Projekt "Familiale Pflege".

Und nun auch das Wermelskirchener Krankenhaus, das gestern einen Kooperationsvertrag mit der Uni und der AOK Rheinland / Hamburg, die das Ganze finanziert, unterzeichnete.
Dass das Krankenhaus richtig liegt, machte AOK-Regionaldirektorin Annegret Fleck deutlich. 72 Prozent der in Rhein-Berg lebenden 8.000 Pflegebedürftigen würden zu Hause von Angehörigen und ambulanten Diensten betreut. Bis 2020 sei eine Steigerung von 37 % prognostiziert.

Dass es in Wermelskirchen einen Bedarf gibt, hat Krankenschwester und Pflegetrainerin Michaela Hohage, die mit ihrer Kollegin Monika Hartung im Krankenhaus für das Angebot zuständig ist, schon in der Anfangsphase im September 2010 festgestellt. "Das ist einge- schlagen wie eine Bombe. Ich konnte mich vor Terminen nicht retten."

Im ersten Vierteljahr betreute sie 30 Angehörige und bis heute kamen weitere 18 hinzu, erläuterte Michaela Hohage gestern bei der Vorstellung des Projektes, das sich in drei Teile gliedert: Pflegetraining im Krankenhaus in den ersten sechs Wochen nach der Entlassung, Hausbesuche und Pflegekurse.

Zwei Tage ist Michaela Hohage, die federführend Training und Kurse durchführt und von Monika Hartung im Bedarfsfall unterstützt wird, von ihrem Krankenschwesterjob auf der Station freigestellt. Bei ihren täglichen Gesprächen mit den Stationsschwestern oder auch Kirsten Karpinski vom Sozialdienst bekommt sie mit, wo ihre Hilfe erforderlich sein könnte.

Die Pflegetrainerinnen vermitteln den pflegenden Angehörigen, die häufig unerwartet in die Situation gelangen, Grundlagen wie die Lagerung im Bett, Dekubitusprophylaxe, Mundhy- giene, Inkontinenzversorgung oder auch Informationen zu Hilfsangeboten. Dabei hat Michaela Hohage festgestellt, dass oft erst zu Hause von den Angehörigen registriert wird, welche Anforderungen sie bewältigen müssen. Deshalb seien gerade die Hausbesuche wichtig.

Am 5. März startet zudem der erste Pflegekurs im Personalwohnheim des Krankenhauses. Er findet dreimal (12. und 26. März) statt und dauert je dreieinhalb Stunden. Als Referenten wirken Johannes Stein (Training und Beratung im Gesundheitswesen), Jürgen Brückers (Ausbildungsleiter Krankenpflegeschule Rhein-Berg), die Senioren- und Wohnberaterin Sabine Salomon und Christiane Beyer mit. Anmeldungen nimmt Michaela Hohage unter 02196. 98-563 entgegen.

Finanzielle Belastungen müssen die Teilnehmer nicht fürchten. Die AOK übernimmt die Kosten und rechnet mit dem Krankenhaus ab. Das erhält 35 Euro für ein Pflegetraining an der Königstraße, 48 Euro zu Hause und 500 Euro für den Pflegekurs. Geschäftsführer Christian Madsen hofft, dass damit eine Kostendeckung erzielt wird. Insgesamt stelle die AOK für 2011 rund 1,9 Mio. zur Verfügung. Genügend Mittel um mehr als 12.000 Angehörige zu schulen, betonen Fleck und Gröning.

Das Projekt zielt auch darauf ab, die mit der Pflege Betrauten nicht alleine zu lassen und die Familien stärker einzubinden. Gerade hier drohten innerfamiliäre Konflikte, weiß die Bielefel- der Professorin. "Vielen ist nicht bewusst, wie wichtig psychologische Unterstützung ist." Auch werde versucht, die Hauptpflegenden jedes 2. Wochenende zu entlasten. Außerdem wird durch die Kooperation mit dem Gesprächskreis Pflegende Angehörige auch der Austausch zwischen Pflegenden sichergestellt.

Ansprechpartner:
Michaela Hohage 02196. 98-563
Kirsten Karpinski 02196. 98-354
Monika Hartung 02196. 98-577

Quelle: Wermelskirchener General-Anzeiger (11.02.2011)

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