Dr. Arif Yaksan sprach über Schilddrüsen-Erkrankungen

Sie hat die Form eines Schmetterlings und ist nur so groß wie eine Walnuss. Doch wenn ihre Hormonproduktion nicht funktioniert, kann der ganze Körper durcheinander kommen. Die Schilddrüse war am Mittwochabend Thema beim vom WGA mitveranstalteten AOK-Gesundheitstreff mit dem Titel "Knoten, Kropf und Tumor" im Bürgerzentrum.

Viele wissen gar nicht, dass sie betroffen sind

Dr. Arif Yaksan, Chefarzt der Allgemeinen und Viszeral-Chirurgie am Wermelskirchener Krankenhaus, sprach vor rund 50 Zuhörern über das kleine Organ unterhalb des Kehlkopfs mit der großen Bedeutung. "Fast jeder hat in seinem Bekanntenkreis jemanden, der an der Schilddrüse erkrankt ist", leitete der Arzt seinen Vortrag ein. In Deutschland leide etwa jeder dritte Erwachsene an einer Über- oder Unterfunktion des Organs. Das Problem: Viele wissen gar nicht, dass sie betroffen sind.

Als "Hormonfabrik des Körpers" speichert die Schilddrüse Jod, mit dessen Hilfe sie die Hormone Thyroxin und Trijodthyronin herstellt. Die Hormone beeinflussen unter anderem den Stoffwechsel, Wachstum und Reifung, die Verdauung, den Wärmehaushalt, die Psyche, Haare und Haut, das Herz, Knochen und Muskeln. Entsprechend vielfältig können auch die Beschwerden sein.

Kann die Schilddrüse nicht genug Thyroxin und Trijodthyronin herstellen, spricht man von einer Unterfunktion. Die Folge: Der Stoffwechsel verlangsamt sich. "Frieren, Verstopfung, Antriebslosigkeit und Gewichtszunahme können die Folge sein", sagt Dr. Arif Yaksan. Bei einer Schilddrüsen-Überfunktion sind die Störungen entgegengesetzt.

Etwa die Hälfte der Bevölkerung nimmt zu wenig Jod zu sich

Ursache für eine Unterfunktion kann zum Beispiel Jodmangel sein. "Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist davon betroffen", sagt Yaksan. Die empfohlene Jodzufuhr für einen Erwachsenen liegt bei 200 Mikrogramm. "Wenn Sie zweimal in der Woche Fisch essen, ist Ihr Bedarf gedeckt", sagt der Arzt. Bei ungenügender Jodzufuhr vergrößert sich häufig die Schilddrüse, Kropf oder Struma genannt. Es kommt zu Schluckbeschwerden und einem Kloßgefühl im Hals.

Neben dem Abtasten des Halses dient vor allem der Ultraschall als diagnostische Methode, um eine Struma zu erkennen. Zur weiteren Abklärung bestimmt man im Labor die Schilddrüsenhormone. Schilddrüsenkrebs steht in Deutschland bei Frauen an der achten Stelle der Häufigkeiten bösartiger Tumoren, bei Männern an der elften Stelle. "Die gute Nachricht dabei: "Schilddrüsenkrebs ist gut behandelbar. Die Überlebensrate liegt bei rund 90 Prozent", sagt Dr. Arif Yaksan.

Grundsätzlich müsse das Organ bei Krebs vollständig entfernt werden. Danach wird zumeist eine Radiojodtherapie zur Entfernung des postoperativ verbliebenen Schilddrüsengewebes durchgeführt. Dabei wird radioaktives Jod-131 verabreicht, das sich ausschließlich im Schilddrüsengewebe anreichert. Anschließend wird die Funktion der Schilddrüse durch künstliche Hormone zu ersetzt. "Ein beschwerdefreies, ganz normales Leben ist danach möglich", so der Chefarzt.

In Wermelskirchen werden laut Aussage Yaksans pro Jahr rund 60 Operationen durchgeführt. "Eine gewisse Routine behalten wir also bei."


Quelle: Wermelskirchener General-Anzeiger (22.03.2013)

Pressemitteilung

Presseerklärung Orthopädie und Unfallchirurgie in Wermelskirchen
mehr

Presseerklärung Besuch der Gesundheitsministerin Barbara Steffens vom 23.03.2017mehr

Aktuelles

Aktuelle Stellenangebote

mehr

Krankenhaus: Neubau verzögert sich etwas

mehr

Neue Fachkräfte für die Krankenpflege

mehr

Krankenhaus stellt sich für die Zukunft auf

mehr

KTQ-Zertifizierung

Das Krankenhaus Wer-
melskirchen ist seit 2007
KTQ-zertifiziert.
mehr

endoCert-Zertifizierung

Das Krankenhaus Wer-
melskirchen ist seit 2015
zertifiziertes Endo- prothetikzentrum
mehr

DHG-Siegel

Das Krankenhaus Wer-
melskirchen hat das Gütesiegel der Deutschen Hernien-Gesellschaft für qualitätsgesicherte Hernien-Chirurgie erhalten.
mehr

DGU-Zertifizierung

Das Krankenhaus Wer-
melskirchen ist seit 2013 zertifiziertes Traumazentrum
mehr

Krankenhaus Wermelskirchen GmbH | Königstr. 100 | 42929 Wermelskirchen | Tel.: 02196. 98-0 | Fax: 02196. 98-359