Das Krankenhaus wahrt seine Eigenständigkeit

Seit 1961 existiert das Haus als Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung an der Königstraße. Der Wunsch nach Selbstständigkeit erfordert Bewegung.

Es war Ende der 1950er Jahre das Thema: Wermelskirchen brauchte ein Krankenhaus. Aber wo sollte es hin? Alte Wermelskirchener werden sich vielleicht erinnern, dass der Vogelsang einst als Standort im Gespräch war. Nachdem dort das Seniorenheim entstanden war, setzte sich aber die Königstraße durch. 1961 war Eröffnung des Hauses.

Es geht auch heute noch familiär zu im Wermelskirchener Krankenhaus. Mit insgesamt 200 Betten ist die Klinik als Grund- und Regelversorger mit den Maschinerien größerer Häuser kaum zu vergleichen. Dennoch: Qualität steht für Geschäftsleitung und Chefärzte an erster Stelle, das betonen sie stets.

Und das Gros der Wermelskirchener identifiziert sich mit dem Krankenhaus. Kein Wunder, haben viele dort doch Angehörige und Freunde besucht oder selbst dort gelegen. Der ein oder andere wurde sogar an der Königstraße geboren. Das ist seit April 2016 allerdings nicht mehr möglich. Leitung und Aufsichtsrat stimmten damals für die Schließung der Geburtsstation – aus wirtschaftlichen Gründen: „Wir hatten im letzten Jahr nur noch 272 Geburten“, hatte Christian Madsen zur Erklärung angeführt. „Das ist für ein Krankenhaus eindeutig zu wenig.“ Um wirtschaftlich zu arbeiten, seien rund 500 Geburten pro Jahr nötig gewesen.

Hebammen seien mit den Jahren abgewandert. Sechs festangestellte und einige Beleghebammen gab es zuletzt noch am Krankenhaus – zum Großteil allerdings nur teilzeitbeschäftigt. „Die Schließung war einer von vielen notwendigen Schritten, um unsere Eigenständigkeit zu wahren“, sagt Friedel Burghoff, der seit vielen Jahren im Aufsichtsrat des Krankenhauses sitzt. „Ich bin bei allem für Privatisierung, aber nicht bei Krankenhäusern.“

Um diese Eigenständigkeit zu erhalten, war während der vergangenen Jahre einiges an Bewegung nötig an der Königstraße. Die Inbetriebnahme einer interdisziplinären Notaufnahme im Jahr 2010 beispielsweise. „Zuerst war eine hauptsächlich chirurgische Notaufnahme im Gespräch gewesen“, erinnert sich Burghoff. „Heute sind wir froh, dass wir die jetzige Lösung gewählt haben.“

Längst fälliger Schritt war die Aufsplittung der Chirurgie

Ein damals längst fälliger Schritt war die fast zeitgleich erfolgte komplette Neustrukturierung der Fachabteilung Chirurgie: in Allgemein- und Viszeral- sowie Orthopädie und Unfallchirurgie. Es folgten Schritte wie die Einführung des digitalen Röntgens und des digitalen Patientenarchivs, und die Erneuerung des Monitorings auf der Intensivstation.

Neuestes Vorhaben: Die Krankenhaus-Wermelskirchen-GmbH hat eine Tochtergesellschaft gegründet. Mit dem Ziel, ein Medizinisches Versorgungszentrum krankenhausnah einzurichten. Öffentlich wurde das im Februar 2016, weil auch Kreis und Stadtrat als Mitbetreiber des Krankenhauses einer Gründung zustimmen mussten.

Im Auge hatte die Krankenhausleitung dafür zunächst eine chirurgische Praxis am Schwanen, die zum Verkauf stand. Der Aufsichtsrat des Krankenhauses hatte sich im Januar 2016 in einer Sondersitzung für diesen Kauf ausgesprochen. Die beiden Gesellschafter der Krankenhaus-GmbH, Kreis und Stadt, stimmten kurze Zeit später zu.

Im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) arbeiten Ärzte gleicher oder unterschiedlicher
Fachrichtungen unter einem Dach zusammen. Das Modell ist inzwischen weit verbreitet; nicht zuletzt wegen der gewünschten Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung.

Das ist in Wermelskirchen zurzeit noch Zukunftsmusik. Derzeit steht noch nicht fest, ob das Krankenhaus tatsächlich den Zuschlag für die chirurgische Praxis bekommt. Es gibt laut Kassenärztlicher Vereinigung
weitere Bewerber.

Neues Zentrum könnte auf dem Krankenhausgelände entstehen

Seit September 2016 behandeln bereits zwei chirurgische Oberärzte die Patienten in der Praxis am Schwanen. Dr. Sebastian Dömkes für Orthopädie und Unfallchirurgie und Gregor Olmos für die Allgemein- und Viszeralchirurgie.

Noch vor Jahren hätten sich viele Kassenärzte gegen ein Medizinisches Versorgungszentrum ausgesprochen, sagte Christian Madsen im Gespräch. Inzwischen seien aber auch sie an einer flächendeckenden Versorgung durch einen weiteren Kassenarztsitz interessiert. Denn – in Nachbarstädten wie Remscheid ist es bereits spürbar: Immer mehr Praxen schließen, weil vor allem einzeln arbeitende Mediziner keine Nachfolger finden.

Das Ergebnis: überfüllte Praxen. Ein weiterer Vorteil: Aufgrund einer besonders engen Abstimmung mit dem Krankenhaus, können die ambulanten Behandlungsmöglichkeiten voll ausgeschöpft werden mit der Möglichkeit, die Zeit der Behandlung im heimischen Umfeld zu verbringen. Für viele Patienten ist daher das ambulante Angebot eine Alternative zu einem Krankenhausaufenthalt.

Zahlen und Fakten

Patientenzahlen: Die sogenannte Stationäre Fallzahl umfasste im Jahr 2016 9.567 Patienten, davon wurden 5.269 innerhalb der Inneren Abteilung, 1.364 im Bereich Allgemein- und Viszeralchirurgie, 1.864 im Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie, 833 in der Gynäkologie und 237 im HNO-Bereich behandelt. Es gab 35.812 ambulante Besuche in der Notfallambulanz.

Mitarbeiter: Die Zahlen haben sich in den vergangen Jahren stetig gesteigert. Waren es im Jahr 2007 noch 313 Mitarbeiter, sind es derzeit 409.

Quelle: Wermelskirchener General-Anzeiger (04.03.2017)

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