Brust-Implantate: Beschaffen wie ein Camembert

Im Wermelskirchener Krankenhaus haben Patienten nie Silikon-Prothesen des französischen Herstellers "Poly Implantat Prothese (PIP)" erhalten. Dr. Georgi Tzanov hat PIP-Implantate in seinem Berufsleben bisher nicht verwendet.

Er habe so ein Silikon-Implantat auch noch gar nicht gesehen bzw. in der Hand gehabt; des geringeren Preises wegen liefere PIP vorzugsweise in osteuropäische Länder. Gleichwohl gibt es auch in der Abteilung Gynäkologie - Geburtshilfe des hiesigen Krankenhauses Anfragen von Frauen, die Implantate in einer oder in beiden Brüsten haben. Darunter seien zwar bislang keine Patientinnen mit PIP-Prothesen, aber durchaus Frauen, die nicht hier, sondern woanders operiert worden sind.

"Die Fluktuationsrate unter diesen Fachärzten ist recht hoch", formuliert der Wermelskirchener Chefarzt.

"Was halten Sie davon. Was soll ich tun?", sind häufig gestellte Fragen. Dr. Tzanov bemerkt dann häufig, dass die Patientinnen nicht wissen, dass jede Prothese nach zehn Jahren erneuert werden sollte.

Auch die in Wermelskirchen verwendeten, welche vorzugsweise von einem der beiden führenden Hersteller in den USA stammen, wie Dr. Tzanov am Mittwoch in einer Pressekonferenz erklärte.

"Wichtiger als der Preis ist für mich die Sicherheit", sagt er. Und findet es positiv, dass das Verhältnis von kosmetischen und medizinisch angezeigten Operationen in Deutschland noch bei 1:3 liege - nicht bei 3:1 wie in den USA, wo drei von vier Frauen letztlich aus Gründen modischer Trends zur Brust-OP gehen. Der aktuelle Trend ist "größer", nicht mehr kleiner. Im Wartezimmer lesen wir aktuell von Vergrößerungen um bis zu zwei Körbchen-Größen. Dr. Tzanov würde sich da verweigern. "Ab 180 Gramm mach' ich nicht mehr mit, weil das zu erheblichen Beschwerden führt."

In den ausführlichen Beratungsgesprächen könne er etwa 70 Prozent der Frauen überzeugen, dass sie einen kosmetischen Eingriff nicht mehr wollen. "Viele denken nicht daran, dass sie noch Kinder haben wollen und noch viele Jahre leben." Anders sehe das natürlich nach medizinischen Auslösern wie Krebs oder auch geburtlichen Fehlbildungen aus. Bei Frauen ab 40 willige er ebenfalls schon mal eher ein.

Selbstverständlich müssen auch kosmetische Prothesen alle zehn Jahre raus - und erneuert werden. Das Gewebe sei nach so langer Zeit wieder so belastbar, dass "wir an derselben Stelle schneiden können und keine neuen Narben entstehen", erläutert der Chefarzt. Ob die Prothese noch unbeschädigt sei oder nicht, lasse sich auch per Ultraschall oder MRT erst erkennen, wenn schon Silikon-Gel (Tzanov: "Das hat die Konsistenz wie ein Camembert") ausgetreten ist. Häufig seien die Bruchstellen aber winzig.

Und wenn man etwas ertasten könne, ist es schon zu spät", sagt Dr. Georgi Tzanov (zu erreichen unter 98-100).

Brust-Implantate

  • Bis heute sind weltweit mehr als 10 Millionen operiert.
  • In Deutschland werden pro Jahr mehr als 25 000 Implantate eingesetzt. Weil das z.T. in beide Brüste passiert, sind das nicht auch 25 000 Frauen.
  • In Wermelskirchen sind seit 2004 rund 200 Prothesen eingebaut worden an etwas mehr als 100 Patientinnen.
  • Die Hülle der Prothese ist aus Silikon. Sie hat eine "samtene" Oberfläche. Das Implantat wächst in die Brust ein und bewegt sich nicht.
  • In 6 Prozent der Fälle kommt es zur Kapselfibrose". Bei dieser Gewebereaktion deformiert sich die Brust, wird härter und schmerzhaft. Nach 10 Jahren verdoppelt sich das Risiko.

Quelle: Wermelskirchener General-Anzeiger (19.01.2012)

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