Betreuung erfolgt aus einer Hand

Etwas über 200 Zuhörer begrüßte Dr. Volker Launhardt Donnerstagabend im vollbesetzten Bürgerzentrum. Der Ärztliche Direktor des Krankenhauses wertete dies in seiner Begrüßung als Zeichen, dass nicht nur die Vorstellung des Darmkrebszentrums Wermelskirchen großes Interesse hervorrief, sondern auch immer mehr Patienten Vertrauen in das hiesige Krankenhaus setzen.

Die Zahlen belegen dies: Waren es über Jahre um die 8.000, die jährlich stationär behandelt wurden, notierte das Haus in 2012 immerhin 9.400. Mit rund 80 Prozent waren die 215 Betten ausgelastet. Auffällig hoch - nämlich bei 30.000 - lagen vergangenes Jahr die Kontakte der Einrichtung im ambulanten Bereich.

Dr. Launhardt führte dies auf die Herzlichkeit des Pflegepersonals und vor allem die medizinische Kompetenz zurück, die "wohldosiert ausgebaut" werden soll. "Wir wollen nicht alles machen, sondern alles gut machen", versprach der Chefarzt Innere Medizin. Mit dem Schwerpunkt Darmkrebs positioniert sich Wermelskirchen im Wettbewerb der Kliniken. 259 Darmkrebszentren gibt es bundesweit. Dr. Arif Yaksan, Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie, betonte: "Wir folgen nicht einem Trend, sondern sind der Überzeugung, dass interdisziplinäre Zusammenarbeit allen Vorteile bringt."

Professor Dr. Wolff Schmiegel machte die Wichtigkeit deutlich. Schmiegel, der an der Bochumer Uni-Klinik 2006 das erste deutsche Darmkrebszentrum mitbegründete, gilt als Koryphäe auf seinem Gebiet. Der Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft erklärte: "Bei Krebs sprechen wir von einem Tsunami."

Bis 2030 würden sich die Krebserkrankungen weltweit verdreifachen. "Der Krebs wird die führende Todesursache werden", meinte Schmiegel. In Deutschland wird eine Zunahme von 30 Prozent erwartet. Besonders Ältere werden betroffen sein.

Die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems stehe auf dem Prüfstand. "Dies wird ein großes wirtschaftliches Problem werden", stellte der frühere Chef von Launhardt fest. Ein nationaler Krebsplan und Krebsregister sind aufgestellt. Die praktische Hoffnung ruht auf Zentren, in denen Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte eng kooperieren.

"Die Gräben zwischen Kliniken und Praxen werden zugeschüttet", meinte Schmiegel. Patienten werden bei Vorsorge, Diagnostik und Therapie aus einer Hand betreut. Das spare Zeit und Wege, biete medizinisch Effizienz. "Darmkrebszentren garantieren eine leitliniengetreue Behandlung", nannte der Experte als einen von vielen Vorteilen.

Es gäbe festgelegte Abläufe, Interaktion der beteiligten Spezialisten, die in einem "Tumorboard" (Konferenz) an einem Tisch sitzen, die Messung von klar definierten Qualitätsindikatoren, eine Förderung der Durchführung von Studien und das sogenannte "high volume", heißt: Viele Patienten bringen dem Mediziner mehr Erfahrung.

Nach dem Brustkrebs (Frauen) und Lungenkrebs (Männer) ist der Darmkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. 70.000 neue Fälle werden hierzulande jedes Jahr registriert, stellte Dr. Frank Clermont (Allgemein- und Viszeralchirurgie) fest. Der Oberarzt am Wermelskirchener Krankenhaus ließ keinen Zweifel: "Die einzige Heilungsmöglichkeit ist eine Operation." Er fügte hinzu, dass Darmkrebs-OPs im Einzelfall auch ästhetische Kriterien erfüllen können - bei minimalinvasiven Eingriffen müsste der Bauch nicht aufgeschnitten werden.

Darmkrebs bedeutet in den allermeisten Fällen Dickdarmkrebs, der Dünndarm ist selten betroffen. Barbara Schüller (Oberärztin) ging in einem der insgesamt sieben Kurzreferate auf die Vorsorge ein. Dickdarmpolypen (Schleimhautwucherungen) könnten zum Karzinom (Krebs) führen. Im Frühstadium seien Symptome selten.

Eine Vorsorge (ab 50 Jahren) ist der jährliche Stuhltest, der nicht sichtbares Blut nachweist und ab 55 die Dickdarmspiegelung mit der "schwarzen Mamba" (Schlauch), die, sofern der Befund unauffällig ist, alle zehn Jahre wiederholt werden sollte. Im Normalfall, beruhigte Schüller, sei die Spiegelung schmerzfrei, weil sie mit einer Kurz-Narkose durchgeführt werde.


Quelle: Wermelskirchener General-Anzeiger (16.02.2013)

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