Ärzte sprechen Tabuthema an

Über Inkontinenz wird ungern öffentlich gesprochen. Bei der Info-Veranstaltung im Bürgerzentrum war das Thema nicht tabu. Die Referenten nahmen kein Blatt vor den Mund. Sie informierten sachlich und mit Humor.

Das Vermögen, Urin und Stuhl zu halten, geht mit zunehmendem Alter verloren. In der Altersgruppe über 60 ist laut Studien etwa ein Viertel von Inkontinenz betroffen. Und die Dunkelziffer ist hoch. Inkontinenz geht mit einem spürbaren Verlust an Lebensqualität einher und kann zu sozialer Isolation führen. Aber: Es gibt Lösungen.

Am Donnerstag luden Stadtverwaltung und Krankenhaus zu einem Informationsabend zum Thema Inkontinenz ins Bürgerzentrum. Experten unterschiedlicher Fachbereiche beleuchteten ein Thema, das wenig Aufmerksam erhält, obwohl es viele Menschen betrifft.

Frauen sind in der Regel häufiger betroffen als Männer. Das hängt mit der schwächeren Beckenbodenstruktur zusammen. Doch nicht einmal jede 200. betroffene Frau lässt sich operieren, weiß Dr. Athanasios Giogezas. Die Informationsveranstaltung sei auch ein Versuch, "das große Schweigen zu brechen," sagt Dr. Arif Yaksan. Zwar sei das Thema mittlerweile weniger tabuisiert, die Scham der Betroffenen verhindere aber nach wie vor einen offenen Diskurs und halte mitunter gar von dem Einholen medizinischen Rates ab.

Außer der Information über Formen der Inkontinenz und deren Diagnostik standen Behandlungsmöglichkeiten im Vordergrund. Für Dr. Dieter Glaser, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe, sind Operationen durchaus eine sinnvolle Option. Die Chancen auf langfristigen Erfolg liegen realistisch bei 80 bis 85 Prozent. Nicht höher, da es selten nur eine Ursache gibt.

Übergewicht kann eine Ursache für das Blasenversagen sein

Eine Ursache sei stets die Blase selbst, sagt Glaser. Während der Mensch schnell darin sei, sich in der Natur Bewährtes zu eigen zu machen, habe aus gutem Grund niemand einen Behälter konstruiert, der sich selbst entleert. Darüber hinaus könne die Blase nicht unterscheiden, ob Druck von außen oder innen komme, erklärte der Chefarzt. Senkungserscheinungen im Beckenbereich und Übergewicht führen ebenso zu Harndrang wie eine volle Blase.

Auch kann Inkontinenz ihre Ursache in Störungen der Nervenversorgung haben. Demenz, Schlaganfälle und Zuckerkrankheiten können Blase und Schließmuskel beeinträchtigen. Wie wirkungsvoll das Einsetzen eines "Blasenschrittmachers" ist, hängt stets von der Krankengeschichte ab. Auch Therapien wie ein "Blasentraining", Einhalten zu üben, sind nur in manchen Fällen sinnvoll. Wenn die Blase bereits so groß ist, dass der Harndrang von Restharn in der Blase herrührt, ist dieser Ansatz kontraproduktiv, erklärte Urologe Uwe Schmidt am Donnerstag. Ähnlich wie bei Urin verhält es sich mit Stuhl. Häufigste Ursache sind Veränderungen im Bereich des Beckens, wie Dr. Yaksan und Dr. Gregor Omos verdeutlichten. Medizinische Abhilfe ist jedoch möglich, so dass sich Betroffene zu einem Arztbesuch durchringen sollten. Die nächste Toilette muss bei Verlassen des Hauses nicht der einzige Gedanke sein.

Hintergrund

Erkrankung: Die Wahrscheinlichkeit von Inkontinenz steigt mit dem Alter.

Betroffene: Etwa 3,2 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Harninkontinenz, und zirka eine Million sind von Stuhlinkontinenz betroffen. Die Dunkelziffer ist sehr hoch.

Quelle: Wermelskirchener General-Anzeiger (14.06.2014)

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